Grundversorgung zu teuer – was tun?
Du öffnest deine Stromrechnung und denkst: Das kann doch nicht stimmen. Willkommen im Club. Wenn du in der Grundversorgung steckst, zahlst du fast garantiert zu viel. Rauskommen? Zwei Wochen Kündigungsfrist, ein neuer Tarif, fertig.
Was ist die Grundversorgung überhaupt?
Jede Region in Deutschland hat einen sogenannten Grundversorger. Das ist der Energieanbieter, der in deinem Gebiet die meisten Haushalte beliefert – meistens die örtlichen Stadtwerke. Und der Grundversorgungstarif? Das ist der Tarif, in den du automatisch rutschst, wenn du keinen eigenen Vertrag abgeschlossen hast.
Das passiert häufiger als du denkst. Gerade umgezogen und keinen Vertrag abgeschlossen? Grundversorgung. Alter Anbieter pleite? Grundversorgung. Seit zehn Jahren an der gleichen Adresse und noch nie den Stromanbieter gewechselt? Möglicherweise auch. Schau auf deine Rechnung – wenn dort „Grundversorgung" steht, zahlst du drauf.
So teuer ist die Grundversorgung wirklich
Laut Bundesnetzagentur zahlen Haushalte in der Grundversorgung im Schnitt 30 bis 40 % mehr als in einem frei gewählten Tarif. Bei einem 3-Personen-Haushalt mit 3.500 kWh Verbrauch sind das schnell 300 bis 600 € pro Jahr, die du zu viel zahlst.
Das ist so, als würdest du jeden Monat 25 bis 50 € auf den Tisch legen – einfach so, ohne Gegenleistung. Den gleichen Strom bekommst du bei einem anderen Anbieter günstiger. Gleiche Leitung, gleiche Steckdose, gleicher Zähler.
Kurzer Reality-Check: Schau auf deine letzte Stromrechnung. Steht dort „Grundversorgung" oder „Grund- und Ersatzversorgung"? Dann bist du betroffen. Falls du den Tarif nicht erkennst, ruf kurz bei deinem Versorger an – die können dir sagen, in welchem Tarif du bist.
Warum ist die Grundversorgung so teuer?
Der Grundversorger muss jeden beliefern. Jeden. Ohne Bonitätsprüfung, ohne Vertrag, ohne Fragen. Wer an der Tür klingelt, bekommt Strom. Das ist gesetzlich so gewollt – als Sicherheitsnetz. Und Sicherheitsnetze kosten Geld. Der Versorger kalkuliert das Risiko von Zahlungsausfällen in den Preis ein. Dazu kommt: Wer in der Grundversorgung ist, hat sich offensichtlich nicht um Alternativen gekümmert. Der Versorger hat also null Anreiz, den Preis zu senken. Warum auch?
So kommst du raus – in 3 Schritten
1. Prüfe deinen aktuellen Tarif
Nimm deine letzte Rechnung zur Hand. Dort findest du den Tarifnamen, deinen Jahresverbrauch in kWh und den Preis pro Kilowattstunde. Diese Zahlen brauchst du für den Vergleich.
2. Vergleiche Tarife
Mit deinem Verbrauch und deiner Postleitzahl kannst du dir anzeigen lassen, welche Tarife in deiner Region verfügbar sind. Achte auf Preisgarantie, Vertragslaufzeit und ob ein Bonus enthalten ist (und wie der Preis ohne Bonus aussieht).
3. Wechsle – der neue Anbieter erledigt den Rest
Hast du einen Tarif gefunden, gibst du deine Daten ein. Der neue Anbieter kündigt die Grundversorgung für dich. Und hier kommt der entscheidende Vorteil: In der Grundversorgung beträgt die Kündigungsfrist nur zwei Wochen. Kein Vertrag, der dich monatelang bindet. Du bist schnell raus.
Was du über die Ersatzversorgung wissen solltest
Neben der Grundversorgung gibt es noch die Ersatzversorgung. In die rutschst du, wenn ein Lieferantenwechsel nicht rechtzeitig klappt oder dein Anbieter ausfällt. Die Ersatzversorgung ist nochmal teurer als die Grundversorgung – und auf maximal drei Monate begrenzt. Danach wirst du automatisch in die Grundversorgung überführt.
Falls du in der Ersatzversorgung bist: Wechsle so schnell wie möglich. Hier zählt wirklich jeder Tag.
Grundversorgung beim Gas – das gleiche Problem
Alles, was für Strom gilt, gilt genauso für Gas. Auch beim Gas gibt es einen Grundversorger in jeder Region, auch hier ist der Tarif deutlich teurer als bei einem frei gewählten Anbieter. Ein Haushalt mit 15.000 kWh Gasverbrauch kann durch einen Wechsel 400 bis 700 € pro Jahr sparen.
Wenn du sowohl Strom als auch Gas in der Grundversorgung hast, lohnt sich ein Doppelwechsel besonders. Manchmal kannst du bei einem Anbieter beides kombinieren und sparst nochmal extra.
Drei Sachen, die bei der Tarifwahl zählen
Nach der Grundversorgung willst du nicht in die nächste Falle tappen. Auf drei Dinge kommt es an: Der Tarif sollte eine Preisgarantie von mindestens 12 Monaten haben – sonst war der günstige Einstiegspreis nach drei Monaten Geschichte. Die Laufzeit sollte maximal ein Jahr betragen, damit du flexibel bleibst. Und: Finger weg von Vorauskasse. Wenn der Anbieter pleitegeht, ist dein Geld weg. Das ist in den letzten Jahren tatsächlich passiert.
Was den Bonus angeht: Ein Neukundenbonus ist okay. Aber schau dir an, was der Tarif im zweiten Jahr kostet. Manche Anbieter locken mit 150 € Bonus und holen sich 200 € über den höheren Preis ab dem 13. Monat zurück.
Einmal wechseln reicht nicht
Was heute günstig ist, kann nächstes Jahr Mittelfeld sein. Der Energiemarkt bewegt sich. Stell dir einen Reminder ins Handy – einmal im Jahr, fünf Minuten, Tarif checken. Oder du lässt das jemanden für dich machen. Bei TarifOptimum überwachen wir deinen Tarif automatisch und melden uns, wenn es was Besseres gibt.
Raus aus der Grundversorgung – wir helfen dir
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