Strom anmelden nach Umzug – so geht's
Umzug ist stressig genug. Kartons, Möbel, Adresse ändern, Nachsendeauftrag. Und dann noch Strom anmelden. Die gute Nachricht: Das dauert fünf Minuten. Die noch bessere: Wenn du es richtig machst, sparst du dabei gleich ein paar Hundert Euro im Jahr.
Wann muss ich mich um den Strom kümmern?
Kurze Antwort: Bevor du umziehst. Idealerweise 6 Wochen vorher. Das klingt nach viel Vorlauf, aber der Anbieterwechsel braucht ein paar Wochen Bearbeitungszeit. Wenn du dich erst am Umzugstag meldest, klappt das zwar auch – du landest dann aber erstmal in der Grundversorgung. Und die ist fast immer der teuerste Tarif.
Keine Panik, falls du es verschwitzt hast. Der Strom fließt trotzdem, sobald du den Lichtschalter drückst. Aber je schneller du dich um einen eigenen Tarif kümmerst, desto weniger zahlst du.
Was du brauchst: die Checkliste
Bevor du loslegst, leg dir diese vier Sachen zurecht:
- Neue Adresse – logisch, aber manche vergessen die genaue Stockwerk- oder Wohnungsnummer.
- Einzugsdatum – der Tag, ab dem du die Wohnung offiziell übernimmst. Steht im Mietvertrag.
- Zählernummer – findest du auf dem Stromzähler in der neuen Wohnung. Meistens im Keller, Flur oder Sicherungskasten. Die Nummer steht direkt auf dem Gerät, oft als “Eigentum” oder “Zähler-Nr.” gekennzeichnet.
- Zählerstand – am besten am Einzugstag ablesen und fotografieren. Das schützt dich davor, den Verbrauch des Vormieters mitzubezahlen.
Handy-Foto nicht vergessen: Fotografiere den Zählerstand am Tag der Schlüsselübergabe. Am besten so, dass Zählernummer und Stand gleichzeitig sichtbar sind. Das ist dein Beweis, falls es später Unstimmigkeiten gibt.
Schritt für Schritt: Strom anmelden
1. Alten Vertrag checken
Bevor du was Neues abschließt, schau auf deinen bestehenden Stromvertrag. Zwei Szenarien:
- Dein Anbieter liefert auch am neuen Ort: Du kannst den Vertrag mitnehmen. Manche Anbieter machen das automatisch, bei anderen musst du die neue Adresse melden. Aber Achtung – nur weil du den Vertrag mitnehmen kannst, heißt das nicht, dass du es solltest. Prüfe, ob es am neuen Ort günstigere Tarife gibt.
- Dein Anbieter liefert nicht am neuen Ort: Dann hast du ein Sonderkündigungsrecht. Der Vertrag endet zum Umzugstag, egal wie lang die restliche Laufzeit wäre.
2. Tarife vergleichen
Ein Umzug ist die perfekte Gelegenheit, den Stromanbieter zu wechseln. Viele Leute schleppen ihren alten (teuren) Tarif von Wohnung zu Wohnung mit, ohne jemals zu vergleichen. Dabei ist der Preisunterschied zwischen Grundversorgung und einem guten Tarif oft 200 bis 500 € pro Jahr.
Gib einfach deine neue Postleitzahl und deinen geschätzten Verbrauch in einen Stromvergleichsrechner ein. Falls du deinen Verbrauch nicht kennst:
- 1 Person: ca. 1.500–2.000 kWh pro Jahr
- 2 Personen: ca. 2.500–3.000 kWh
- 3–4 Personen: ca. 3.500–4.500 kWh
3. Neuen Vertrag abschließen
Guten Tarif gefunden? Dann schließ den Vertrag ab und gib als Lieferbeginn dein Einzugsdatum an. Der neue Anbieter braucht von dir: Name, Adresse, Zählernummer und den gewünschten Starttermin. Fertig.
Der neue Anbieter meldet dich auch beim Netzbetreiber an. Du musst dich nicht um den technischen Kram kümmern – das läuft alles im Hintergrund.
4. Alten Vertrag kündigen oder ummelden
Melde dich bei deinem bisherigen Anbieter und teil ihm mit, dass du ausziehst. Wichtig: Gib das Auszugsdatum und den Zählerstand an. So wird die Schlussrechnung korrekt erstellt.
Falls du den Vertrag mitnimmst, teilst du stattdessen die neue Adresse mit. Aber auch hier gilt: Vergleiche vorher, ob sich das lohnt.
Grundversorgung: Was passiert, wenn du nichts tust
Stell dir vor, du ziehst ein, machst das Licht an – und hast keinen Vertrag abgeschlossen. Was dann? Ganz einfach: Du bekommst trotzdem Strom. Der lokale Grundversorger (meistens die Stadtwerke) springt ein und beliefert dich automatisch.
Klingt erstmal praktisch. Das Problem: Der Grundversorgungstarif ist in den meisten Regionen 30 bis 40 % teurer als der günstigste verfügbare Tarif. Bei einem 2-Personen-Haushalt mit 2.500 kWh sind das schnell 200 bis 300 € mehr im Jahr. Und das Geld verbrennst du einfach – im wahrsten Sinne.
Die Grundversorgung hat aber einen Vorteil: Du kommst jederzeit raus. Die Kündigungsfrist beträgt nur zwei Wochen. Du kannst also auch nach dem Einzug noch in Ruhe vergleichen und dann zu einem günstigeren Anbieter wechseln.
Sonderfälle: WG, Zweitwohnung, Untermiete
WG-Zimmer
In einer WG läuft der Strom meistens über einen Vertrag – den des Hauptmieters. Wenn du in eine bestehende WG einziehst, musst du dich um Strom in der Regel nicht kümmern. Du zahlst deinen Anteil an den Nebenkosten. Wenn du die WG gründest, meldest du den Strom ganz normal an wie oben beschrieben.
Zweitwohnung
Für eine Zweitwohnung brauchst du einen eigenen Stromvertrag. Der Ablauf ist identisch. Da der Verbrauch oft niedrig ist (vielleicht 1.000–1.500 kWh), lohnt sich ein Tarif ohne hohen Grundpreis besonders.
Untermiete
Bei Untermiete läuft der Strom über den Hauptmieter. Du zahlst deinen Anteil über die Nebenkosten. Kein separater Vertrag nötig.
Die 5 häufigsten Fehler beim Strom anmelden
- Zu spät kümmern. Dann landest du in der teuren Grundversorgung und verlierst Geld, bis du wechselst.
- Alten Vertrag einfach mitnehmen. Ohne zu prüfen, ob es am neuen Ort günstiger geht.
- Zählerstand nicht notieren. Dann berechnet dir der Versorger möglicherweise den Verbrauch des Vormieters mit.
- Alten Vertrag nicht kündigen. Wenn du den Auszug nicht meldest, zahlst du weiter – obwohl du längst in der neuen Wohnung bist.
- Auf den Schummelbonus reinfallen. Manche Tarife locken mit 200 € Bonus im ersten Jahr. Im zweiten Jahr wird es dann richtig teuer. Schau immer auf den Preis ab dem zweiten Jahr.
Umzug als Chance: So sparst du richtig
Ein Umzug ist einer der wenigen Momente, in denen sich fast alle Menschen mit ihrem Stromtarif beschäftigen. Nutze das aus. Fünf Minuten Preisvergleich können dir 200 bis 500 € im Jahr sparen. Das ist mehr, als die meisten Leute für ihr Netflix-Abo ausgeben.
Achte bei der Tarifwahl auf kurze Laufzeiten (max. 12 Monate), eine Preisgarantie und keine Vorauskasse. Und vergiss Tarife mit aufgeblasenem Erstjahresbonus – die sind im zweiten Jahr fast immer überteuert.
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