StromAktualisiert am 12. Juli 2026

Strom anmelden nach Umzug – so geht's

Umzug ist stressig genug. Kartons, Möbel, Adresse ändern, Nachsendeauftrag. Und dann noch Strom anmelden. Die gute Nachricht: Das dauert fünf Minuten. Die noch bessere: Wenn du es richtig machst, sparst du dabei gleich ein paar Hundert Euro im Jahr.

Kurz beantwortet

Strom meldet man am besten rund sechs Wochen vor dem Umzug beim Wunschanbieter an. Wer nichts unternimmt, rutscht automatisch in die Grundversorgung des örtlichen Versorgers nach § 36 EnWG, also in den meist teuersten Tarif am Ort. Ein eigener Vertrag lässt sich auch nach dem Einzug noch abschließen.

Frau trägt einen Umzugskarton in die neue, leere Wohnung
Neue Wohnung, neuer Stromvertrag. Am besten, bevor die Kartons ausgepackt sind.

Wann muss ich mich um den Strom kümmern?

Kurze Antwort: Bevor du umziehst. Idealerweise 6 Wochen vorher. Das klingt nach viel Vorlauf, aber der Anbieterwechsel braucht ein paar Wochen Bearbeitungszeit. Wenn du dich erst am Umzugstag meldest, klappt das zwar auch, du landest dann aber erstmal in der Grundversorgung. Und die ist fast immer der teuerste Tarif.

Keine Panik, falls du es verschwitzt hast. Der Strom fließt trotzdem, sobald du den Lichtschalter drückst. Aber je schneller du dich um einen eigenen Tarif kümmerst, desto weniger zahlst du.

Strom anmelden beim Umzug: Zeitplan-Grafik mit 4 Schritten von 6 Wochen vor dem Einzug bis zur Abmeldung beim alten Anbieter
Der ganze Ablauf auf einen Blick – wer die vier Termine trifft, zahlt von Tag eins den günstigen Tarif.

Was du brauchst: die Checkliste

Bevor du loslegst, leg dir diese vier Sachen zurecht:

  • Neue Adresse: logisch, aber manche vergessen die genaue Stockwerk- oder Wohnungsnummer.
  • Einzugsdatum: der Tag, ab dem du die Wohnung offiziell übernimmst. Steht im Mietvertrag.
  • Zählernummer: findest du auf dem Stromzähler in der neuen Wohnung. Meistens im Keller, Flur oder Sicherungskasten. Die Nummer steht direkt auf dem Gerät, oft als “Eigentum” oder “Zähler-Nr.” gekennzeichnet.
  • Zählerstand: am besten am Einzugstag ablesen und fotografieren. Das schützt dich davor, den Verbrauch des Vormieters mitzubezahlen.

Handy-Foto nicht vergessen: Fotografiere den Zählerstand am Tag der Schlüsselübergabe. Am besten so, dass Zählernummer und Stand gleichzeitig sichtbar sind. Das ist dein Beweis, falls es später Unstimmigkeiten gibt.

Schritt für Schritt: Strom anmelden

1. Alten Vertrag checken

Bevor du was Neues abschließt, schau auf deinen bestehenden Stromvertrag. Liefert dein Anbieter auch am neuen Ort, kannst du den Vertrag mitnehmen. Manche Anbieter machen das automatisch, bei anderen musst du die neue Adresse melden. Aber Achtung: Nur weil du den Vertrag mitnehmen kannst, heißt das nicht, dass du es solltest. Prüfe, ob es am neuen Ort günstigere Tarife gibt.

Liefert er dort nicht, hast du ein Sonderkündigungsrecht. Der Vertrag endet zum Umzugstag, egal wie lang die restliche Laufzeit wäre.

2. Tarife vergleichen

Ein Umzug ist die perfekte Gelegenheit, den Stromanbieter zu wechseln. Viele Leute schleppen ihren alten (teuren) Tarif von Wohnung zu Wohnung mit, ohne jemals zu vergleichen. Dabei ist der Preisunterschied zwischen Grundversorgung und einem guten Tarif oft 200 bis 500 € pro Jahr.

Gib einfach deine neue Postleitzahl und deinen geschätzten Verbrauch in den Tarifrechner ein. Worauf bei der Tarifwahl zu achten ist, steht ausführlich im Ratgeber Stromanbieter wechseln. Falls du deinen Verbrauch nicht kennst:

  • 1 Person: ca. 1.500–2.000 kWh pro Jahr
  • 2 Personen: ca. 2.500–3.000 kWh
  • 3–4 Personen: ca. 3.500–4.500 kWh

3. Neuen Vertrag abschließen

Guten Tarif gefunden? Dann schließ den Vertrag ab und gib als Lieferbeginn dein Einzugsdatum an. Der neue Anbieter braucht von dir: Name, Adresse, Zählernummer und den gewünschten Starttermin. Fertig.

Der neue Anbieter meldet dich auch beim Netzbetreiber an. Du musst dich nicht um den technischen Kram kümmern, das läuft alles im Hintergrund.

4. Alten Vertrag kündigen oder ummelden

Melde dich bei deinem bisherigen Anbieter und teil ihm mit, dass du ausziehst. Wichtig: Gib das Auszugsdatum und den Zählerstand an. So wird die Schlussrechnung korrekt erstellt.

Falls du den Vertrag mitnimmst, teilst du stattdessen die neue Adresse mit. Aber auch hier gilt: Vergleiche vorher, ob sich das lohnt.

Grundversorgung: Was passiert, wenn du nichts tust

Stell dir vor, du ziehst ein, machst das Licht an – und hast keinen Vertrag abgeschlossen. Was dann? Ganz einfach: Du bekommst trotzdem Strom. Der lokale Grundversorger (meistens die Stadtwerke) springt ein und beliefert dich automatisch.

Klingt erstmal praktisch. Das Problem: Der Grundversorgungstarif ist in den meisten Regionen 30 bis 40 % teurer als der günstigste verfügbare Tarif. Bei einem 2-Personen-Haushalt mit 2.500 kWh sind das schnell 200 bis 300 € mehr im Jahr. Und das Geld verbrennst du einfach – im wahrsten Sinne.

Die Grundversorgung hat aber einen Vorteil: Du kommst jederzeit raus. Die Kündigungsfrist beträgt nur zwei Wochen. Du kannst also auch nach dem Einzug noch in Ruhe vergleichen und dann zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

Sonderfälle: WG, Zweitwohnung, Untermiete

WG-Zimmer

In einer WG läuft der Strom meistens über einen Vertrag – den des Hauptmieters. Wenn du in eine bestehende WG einziehst, musst du dich um Strom in der Regel nicht kümmern. Du zahlst deinen Anteil an den Nebenkosten. Wenn du die WG gründest, meldest du den Strom ganz normal an wie oben beschrieben.

Zweitwohnung

Für eine Zweitwohnung brauchst du einen eigenen Stromvertrag. Der Ablauf ist identisch. Da der Verbrauch oft niedrig ist (vielleicht 1.000–1.500 kWh), lohnt sich ein Tarif ohne hohen Grundpreis besonders.

Untermiete

Bei Untermiete läuft der Strom über den Hauptmieter. Du zahlst deinen Anteil über die Nebenkosten. Kein separater Vertrag nötig.

Die 5 häufigsten Fehler beim Strom anmelden

  1. Zu spät kümmern. Dann landest du in der teuren Grundversorgung und verlierst Geld, bis du wechselst.
  2. Alten Vertrag einfach mitnehmen. Ohne zu prüfen, ob es am neuen Ort günstiger geht.
  3. Zählerstand nicht notieren. Dann berechnet dir der Versorger möglicherweise den Verbrauch des Vormieters mit.
  4. Alten Vertrag nicht kündigen. Wenn du den Auszug nicht meldest, zahlst du weiter, obwohl du längst in der neuen Wohnung bist.
  5. Auf den Schummelbonus reinfallen. Manche Tarife locken mit 200 € Bonus im ersten Jahr. Im zweiten Jahr wird es dann richtig teuer. Schau immer auf den Preis ab dem zweiten Jahr.

Umzug als Chance: So sparst du richtig

Ein Umzug ist einer der wenigen Momente, in denen sich fast alle Menschen mit ihrem Stromtarif beschäftigen. Nutze das aus. Fünf Minuten Preisvergleich können dir 200 bis 500 € im Jahr sparen. Das ist mehr, als die meisten Leute für ihr Netflix-Abo ausgeben.

Achte bei der Tarifwahl auf kurze Laufzeiten (max. 12 Monate), eine Preisgarantie und keine Vorauskasse. Und wenn du nach dem Umzug nie wieder an Stromtarife denken willst: Laufende Tarifoptimierung übernimmt das jährliche Vergleichen dauerhaft für dich.

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Quellen und Stand

Alle Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf den Stand Juli 2026. Preise, Fristen und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

Benjamin Jeschke - Service bei TarifOptimum

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Häufig gestellte Fragen

Bis wann muss ich Strom anmelden nach dem Umzug?

Am besten 6 Wochen vor dem Umzug. Wenn du es vergisst, landest du automatisch in der teuren Grundversorgung deines lokalen Anbieters. Du kannst aber auch nach dem Einzug noch jederzeit einen günstigeren Anbieter wählen, aus der Grundversorgung kommst du mit zwei Wochen Frist wieder raus.

Was passiert, wenn ich vergesse, Strom anzumelden?

Der Strom fließt trotzdem. Du landest automatisch beim Grundversorger deiner Region, also im lokalen Stadtwerke-Tarif. Der ist allerdings fast immer der teuerste. Du solltest also schnellstmöglich einen eigenen Tarif abschließen.

Kann ich beim Umzug den Stromanbieter wechseln?

Ja, ein Umzug ist die perfekte Gelegenheit. Viele Verträge haben eine Sonderkündigungsklausel bei Umzug. Und selbst wenn dein alter Anbieter am neuen Ort liefert, lohnt der Blick auf günstigere Alternativen.

Welche Daten brauche ich, um Strom anzumelden?

Du brauchst: deine neue Adresse, das Einzugsdatum, die Zählernummer (steht auf dem Stromzähler in der neuen Wohnung) und den Zählerstand beim Einzug. Optional: deinen geschätzten Jahresverbrauch in kWh.

Muss ich den Strom in der alten Wohnung abmelden?

Ja. Ruf deinen bisherigen Anbieter an oder schreib eine E-Mail mit dem Auszugsdatum und dem Zählerstand. So vermeidest du, dass dir der Verbrauch des Nachmieters berechnet wird.