Stromanbieter wechseln – wie geht das?
Du zahlst vermutlich zu viel für deinen Strom. Klingt pauschal, stimmt aber in den meisten Fällen. Und das Verrückte: Den Anbieter zu wechseln dauert keine zehn Minuten. Kein Papierkram, kein Stromausfall, keine versteckten Kosten.
Warum überhaupt wechseln?
Mal ehrlich: Wann hast du zuletzt auf deine Stromrechnung geschaut? Also wirklich geschaut – nicht nur den Betrag überwiesen und gehofft, dass es schon passt.
Die meisten Haushalte in Deutschland stecken in einem teuren Tarif fest, oft sogar in der Grundversorgung. Das ist der Standardtarif deines lokalen Versorgers, und der ist fast immer der teuerste. Ein durchschnittlicher 3-Personen-Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch kann durch einen Wechsel 200 bis 400 € pro Jahr sparen. Bei einem Single-Haushalt sind es immer noch 100 bis 200 €. Zum Vergleich: Das ist mehr, als die meisten Leute im Jahr für Kaffee ausgeben.
Was du vor dem Wechsel wissen solltest
Bevor du loslegst, brauchst du zwei Dinge: deinen aktuellen Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh) und deine Postleitzahl. Den Verbrauch findest du auf deiner letzten Stromrechnung. Falls du die nicht findest – kein Problem. Hier ein grober Richtwert:
- 1 Person: ca. 1.500–2.000 kWh
- 2 Personen: ca. 2.500–3.000 kWh
- 3 Personen: ca. 3.000–3.500 kWh
- 4 Personen: ca. 3.500–4.500 kWh
Außerdem lohnt sich ein Blick auf deinen aktuellen Vertrag. Zwei Sachen sind wichtig: die Kündigungsfrist und die Mindestvertragslaufzeit. In der Grundversorgung kannst du jederzeit mit zwei Wochen Frist kündigen. Bei anderen Tarifen steht es im Vertrag – oft sind es vier Wochen zum Vertragsende.
So läuft ein Wechsel ab
Verbrauch checken
Schnapp dir deine letzte Jahresabrechnung. Dort steht dein Verbrauch in kWh – das ist die Zahl, die du für den Vergleich brauchst. Keine Abrechnung zur Hand? Macht nichts, nimm die Richtwerte von oben.
Tarife vergleichen
Jetzt wird's interessant. Du gibst deinen Verbrauch und deine Postleitzahl ein und bekommst eine Liste mit verfügbaren Tarifen. Achte dabei auf ein paar Dinge:
- Preisgarantie: Ein guter Tarif hat eine Preisgarantie von mindestens 12 Monaten. Das heißt, der Preis kann in dieser Zeit nicht steigen.
- Vertragslaufzeit: Maximal 12 Monate, besser weniger. Längere Bindung lohnt sich selten.
- Kein Paketpreis: Pakettarife rechnen mit einem festen Verbrauch. Verbrauchst du weniger, verfällt der Rest. Verbrauchst du mehr, zahlst du kräftig drauf.
- Kein Schummelbonus: Manche Tarife locken mit einem hohen Bonus im ersten Jahr. Im zweiten Jahr wird es dann richtig teuer. Schau dir immer den Preis ab dem zweiten Jahr an.
Kleiner Tipp am Rande: Viele Vergleichsportale sortieren nach dem Preis im ersten Jahr inklusive Bonus. Das verzerrt das Bild. Bei TarifOptimum zeigen wir dir den echten Preis – ohne Schummelbonus.
Wechsel beauftragen
Guten Tarif gefunden? Du gibst deine Daten ein – Name, Adresse, Zählernummer – und der neue Anbieter kümmert sich um den Rest. Kündigung beim alten Versorger, Ummeldung beim Netzbetreiber, Bestätigung an dich. Du musst nichts weiter tun. Die Zählernummer findest du auf deinem Stromzähler (meistens im Keller oder Hausflur) oder auf deiner letzten Rechnung.
Nach 3 bis 6 Wochen ist der Wechsel durch. In der Zwischenzeit ändert sich für dich null – gleiche Leitung, gleicher Zähler, gleicher Strom. Nur die nächste Rechnung sieht anders aus.
Was viele nicht wissen: Dein Strom kann nicht ausfallen
Die größte Sorge beim Anbieterwechsel ist, dass mal kurz der Strom weg ist. Das kann nicht passieren. Gesetzlich nicht. Dein Strom kommt immer über das gleiche Netz – egal, bei welchem Anbieter du bist. Der Netzbetreiber in deiner Region ist dafür verantwortlich, dass der Strom fließt. Und selbst wenn dein neuer Anbieter morgen pleitegeht, springt automatisch dein lokaler Grundversorger ein.
Du kannst also so oft wechseln, wie du willst. Kein Risiko.
Sonderkündigungsrecht: Wann du sofort rauskommst
Erhöht dein Anbieter den Preis, hast du ein Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet: Du kannst den Vertrag sofort kündigen, egal wie lang die reguläre Laufzeit noch wäre. Dein Anbieter muss dich über Preiserhöhungen informieren – meistens per Brief oder E-Mail. Ab dem Moment hast du in der Regel zwei Wochen Zeit, um zu kündigen.
Hand aufs Herz: Die meisten übersehen das Schreiben oder denken sich „wird schon nicht so schlimm sein". Ist es aber oft. Eine Preiserhöhung von 3–5 Cent pro kWh klingt harmlos, macht bei 3.000 kWh Verbrauch aber 90 bis 150 € mehr im Jahr aus.
Worauf du bei einem neuen Tarif achten solltest
Günstiger Preis allein reicht nicht. Manche Billigtarife holen sich das Geld durch lange Laufzeiten, Vorauskasse oder einen aufgeblasenen Bonus zurück. Diese Kriterien helfen bei der Auswahl:
| Kriterium | Empfehlung |
|---|---|
| Vertragslaufzeit | Max. 12 Monate |
| Preisgarantie | Mindestens so lang wie die Laufzeit |
| Kündigungsfrist | Max. 4 Wochen |
| Bonus | Nur wenn der Preis auch ohne Bonus fair ist |
| Vorauskasse | Vermeiden – lieber monatlich zahlen |
Jedes Jahr wechseln? Oder einmal und fertig?
Idealerweise schaust du einmal im Jahr auf deinen Tarif. Der Energiemarkt bewegt sich, Preise ändern sich. Was letztes Jahr der günstigste Tarif war, muss dieses Jahr nicht mehr stimmen.
Wenn dir das zu aufwendig ist: Genau dafür gibt es uns. Bei TarifOptimum überwachen wir deinen Tarif automatisch. Sobald es einen besseren gibt, melden wir uns bei dir. Du musst dich um nichts kümmern.
Du willst wechseln, aber keine Lust auf Recherche?
Wir finden den passenden Tarif für dich – kostenlos und ohne Schummelbonus.
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